Aktueller amc Artikel im Magazin Cebra

Die Zukunft hat begonnen – Der Einkauf im Wandel
Digitalisierung, Industrie 4.0, Klimaschutz, Rohstoffverknappung, Fachkräftemangel: Die Liste der Trends und Einflüsse, die auf den Einkauf aktuell wirken, ist lang und ließe sich beliebig fortführen. Die Zukunft des Einkaufs beginnt nicht erst in ein paar Jahren, sie hat bereits begonnen!
Um auch künftig einen Mehrwert schaffen zu können, muss sich der moderne Einkauf insbesondere mit den Herausforderungen in den folgenden vier Themenblöcken auseinandersetzen.
Strategie & Steuerung
Die bekannten Einkaufsziele Preis, Qualität und Verfügbarkeit bleiben auch in Zukunft wichtige Ziele des Einkaufs. Parallel kommen neue Ziele wie Mitarbeiterzufriedenheit, Prozesseffizienz, Digitalisierungsgrad, Nachhaltigkeit und Innovationsbeitrag hinzu.
Das Einkaufscontrolling der Zukunft wird dabei von den Entwicklungen im Bereich Stammdatentransparenz, Real-Time, Predictive Analytics und Big Data profitieren. In Zeiten des „gläsernen Einkaufs“ gewinnt die proaktive Einkaufssteuerung an Bedeutung. Sie stellt eine nachhaltige Zielerreichung sicher und initiiert bei Zielabweichung automatisch Korrekturmaßnahmen.
Prozesse, Systeme, Digitalisierung
Die Auswirkungen der Digitalisierung und somit Automatisierung auf den operativen Einkauf werden immens sein. Seine Aufgaben und Arbeitsweisen ändern sich massiv. Es gilt den Ablauf „Requistion to Pay“ (R2P) zunächst komplett zu automatisieren. Künstliche Intelligenz (KI) und Machine learning werden auf lange Sicht sogar dazu führen können, dass operative Beschaffungsvorgänge völlig autonom ablaufen.
Im taktischen und strategischen Einkauf werden selbstlernende Systeme proaktiv den geeigneten Beschaffungszeitpunkt identifizieren können. Außerdem betrachten sie externe Einflussfaktoren wie Wechselkurse und Rohstoffindizes und verarbeiten die Informationen in Sekundenschnelle. Weitere Automatisierungsmöglichkeiten bestehen im Lieferanten- und Warengruppenmanagement.
Organisation, Menschen, Qualifizierung
Wie wird der Einkauf sich organisatorisch aufstellen müssen, um den künftigen Anforderungen bestmöglich zu begegnen? Agilität und Flexibilität stehen im Fokus. Es gilt eine Informationsströme steuernde Einkaufsorganisation zu schaffen. Hierzu werden flexible und funktionsbezogene Netzwerkstrukturen benötigt, welche sich aus temporären Teams unternehmensweit zusammensetzen.
Die Kompetenzprofile der einzelnen Mitarbeiter werden sich ebenfalls anpassen müssen. Die heute bereits geltenden funktionalen Kompetenzen bleiben bestehen. In Zukunft gewinnen außerdem interkulturelle und soziale Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit und Verkaufstalent an Bedeutung, um zwischen internen und externen Stakeholdern vermitteln zu können.
Methoden, Lieferanten, Warengruppen
Sich schneller verschiebende Warengruppenstrukturen werden die Zusammenarbeit mit den Lieferanten verändern. Die frühzeitige Einbindung des Einkaufs und der Lieferanten wird für Projekte zum kritischem Erfolgsfaktor. Die Bedeutung eines strukturierten Lieferantenmanagements wird ebenfalls deutlich zunehmen. Darüber hinaus wird das Innovationsmanagement einen wesentlichen Teil zum Mehrwert des Einkaufs beitragen.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich ableiten, dass die Rolle des Einkaufs im Unternehmen sich massiv ändern wird. Bildlich gesprochen wird der Einkauf zur „Spinne im Netz“. Als proaktive Schnittstelle etabliert sich der Einkauf als Business-Partner im eigenen Unternehmen, baut Partnerschaften intern wie extern aus und stellt mit Weitblick die bestmögliche Versorgung des Unternehmens sicher. Mit Hilfe digitaler Technologien managed er nicht nur durchgängig die Beschaffungsprozesse, sondern zunehmend die der gesamten Supply Chain.

Schreibe einen Kommentar